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Treffsicher entscheiden - in nur 7 Schritten

Aktualisiert: 27. Feb.

Führungskräfte sind heutzutage nicht zu beneiden: Im stetigen Wandel der Zeit mit all den Herausforderungen sind sie mehr denn je gefordert, die „richtigen“ Entscheidungen zu treffen. Durch unser Handeln erhöht sich die Komplexität in der Welt. Durch unsere Entscheidungen bestimmen wir, wie wir aus dieser zunehmenden Komplexität lernen, mit dieser umgehen und nachhaltig Zukunft gestalten.

 

Um es vorweg zu nehmen: es gibt keine „richtigen“ oder „falschen“ Entscheidungen. Sie können lediglich im Nachhinein beurteilt werden, ob sie für die Erreichung des erwünschten Zwecks und Ziels hilfreich waren. Viel wichtiger ist wie du entscheidest. Wie sieht dein Entscheidungsprozess aus? Wie sicher bist du dir dabei?

 

Im Laufe meiner beruflichen Laufbahn als Führungskraft und Pilot habe ich viele Entscheidungen getroffen. Nicht alle waren mit glücklicher Hand gesegnet. Trotzdem – oder gerade deswegen – habe ich mich nicht gescheut, immer wieder neue Wege der Entscheidungsfindung zu gehen.

 

Und so entscheidest auch du treffsicher in herausfordernden Zeiten in nur 7 Schritten:


Schritt 1: Welchen Zweck und welches Ziel möchtest Du erfüllen?

 

Führung findet immer in Spannungsfeldern statt. Die eingesetzten Ressourcen sind knapp, somit entstehen automatisch immer wieder neue Probleme. Zudem gibt es äußere Rahmenbedingungen, die du nicht immer beeinflussen kannst. Ob es in der Familie oder in Unternehmen ist, es stellt sich immer die Frage: wie soll die Welt nach meiner Entscheidung aussehen?

 

Geht es dabei um die wirksame Umsetzung des Unternehmens-Purpose und der Strategie, um kurzfristige Cash-Flow Optimierung oder um die Erhöhung von Mitarbeiter-Engagement, Zufriedenheit und Verbundenheit? Welche Route verfolge ich?


Oder aber auch um persönliche Ziele, wie zum Beispiel: Wie setze ich meinen persönlichen Zweck der Existenz / Lebensziel um oder wie gestalte ich meine Familien-, Frei-, und Berufszeit?



sichtflugkarte fuer entscheiden
Mein Zweck: mit dem Flugzeug Italien erkunden. Mein Ziel: Lucca


Schritt 2: Stelle fest, worum es konkreT geht.

 

Aus dem Schritt 1 ergeben sich vier Entscheidungsperspektiven:


  • Heute-für-Heute-für-Mich.

  • Heute-für-Heute-für-Andere.

  • Heute-für-Zukunft-für-Mich.

  • Heute-für-Zukunft-für-Andere.

 

Bei allen diesen Perspektiven geht es darum, anstelle von Best-, Real- oder Worst- Case Szenarien nicht nur auf jeweils eine Zukunft hinzuarbeiten, sondern mehrere offene Zukünfte zu gestalten. Das bedeutet, möglichst viel Freiraum für unterschiedliche Situationen zu ermöglichen.


Dies geht umso besser, wenn es dir gelingt, die unterschiedlichen Ansichten deiner Kolleg*innen, Teammitarbeiter*innen und Stakeholder in den Prozess einzubringen. Dabei ist es sehr hilfreich, wenn du an den Ort des Geschehens und der Auswirkung deiner Entscheidung gehst und den Menschen zuhörst.


Und wenn ich zuhören schreibe, meine ich wirklich zuhören. Wir alle haben unsere mentalen Landkarten im Kopf. Wenn wir zuhören, sind wir meistens in der Qualität des Bestätigens und des Bewertens. Das heißt wir nehmen Informationen, die unsere Hypothesen bestätigen, eher auf und werten jene Informationen ab, die uns irritieren. Die größte menschliche Leistung ist es jedoch, sich von Informationen irritieren zu lassen und diese Spannung auszuhalten. Nur so kann etwas Neues entstehen. Nur so kannst Du viele mögliche Zukunftsräume erkennen.


Also: lass dich das nächste Mal durch neue Informationen irritieren und denke "Es kann auch anders sein".


Schließlich ist dies die Basis für die zukünftige Flexibilität und Agilität.


Schritt 3: Ermittle die Alternativen und deren (unerwünschteN) Nebenwirkungen.

 

Jede Entscheidung hat Nebenwirkungen. Die Rolling Stones singen schon: „You can’t always get what you want…". Dies wollte ich als Teenager nicht wahrhaben. Als Führungskraft bin ich mit der Realität konfrontiert: für jede Entscheidung, die ich treffe, gibt es eine Wirkung, die ich nicht beabsichtige. Dies ergibt sich automatisch aus dem Umfeld, in dem ich mich als Führungskraft befinde. Ich kann es nicht jedem / jeder recht machen, und das ist gut so! Und ich mache es mir bewusst.



bergpanorama wolken tal
Welche Route nehme ich: über den Wolken oder unten durchs Tal? Oder nehme ich einen Umweg?


Schritt 4: Gewichte die Alternativen und Nebenwirkungen Auf BaSis Der prämissen für Dein Entscheiden.

 

Hier beginnt die Rauferei: nach welchen Prämissen soll ich entscheiden?


Die Prämissen im beruflichen Kontext sind:

  • Funktionalität: Es muss funktionieren!

  • Effizienz: Es muss sich rechnen!

  • Legalität: Es muss gesetzeskonform sein!

  • Ethik: Es muss sittlich gut sein!

  • Nachhaltigkeit: Ressourcen müssen regeneriert werden!

 

Oftmals taucht hier Spannung auf zwischen Funktionalität und Effizienz versus Ethik und Nachhaltigkeit auf. Benenne und dokumentiere diese Felder in der Gewichtung der Alternativen, denn für die spätere Nachbetrachtung deiner Entscheidung oder bei späteren Diskussionen mit deinen Kolleg*innen oder Stakeholdern ist dies sehr hilfreich. Dies hilft dir oftmals mühselige Gespräche zu vermeiden.


Es ist sozialwissenschaftlich erwiesen: wenn du heute unter den aktuellen Rahmenbedingungen entscheidest, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass du zu einem späteren Zeitpunkt selbst bei gleichbleibenden Rahmenbedingungen anders entscheidest. Das ist eine zutiefst menschliche Eigenschaft.



glascockpit hoehenmesser fahrtmesser kompass
Alle relevanten Zahlen, Daten und Fakten sind vorhanden!


Schritt 5: Bewerte DIE Alternativen und Nebenwirkungen.

 

In diesem Schritt sind wir Führungskräfte sehr gut ausgebildet. Dashboards, Excel und Powerpoint sind allgegenwärtige Begleiter, das richtige Format ist schnell gefunden, in dem die Alternativen und Kriterien gegenübergestellt werden (z.B. in einer Sensitivitätsmatrix, Papiercomputer,...).


Jedoch: welchen Wert gebe ich nun für die entsprechenden Kriterien an? In diesem Schritt findet trotz aller Versuche der Objektivierung schlussendlich eine äußerst subjektive Einschätzung statt.


Hier gilt wieder: je mehr unterschiedliche Perspektiven und Meinungen du einholst, desto hilfreicher für dich. Also: höre den betroffenen Menschen zu und freue dich, wenn es anders sein kann.


Schritt 6: Der Wahlakt. Dein Entscheiden.

 

Hast du die Alternativen gegenübergestellt, möchtest du nun die beste Alternative wählen. Tatsächlich triffst du hierbei ganz unbewusst vier Entscheidungen innerhalb von einer:


  • Ich entscheide mich für eine Alternative, dies bedingt …

  • ich entscheide mich gegen die anderen Alternativen, dies bedingt …

  • ich entscheide mich für eine Nebenwirkung, unter der Voraussetzung von:

  • ich entscheide mich für die oberste Entscheidungsprämisse.

 

Nun merkst du, wie wichtig die Schritte 1-5 für dich waren. Mit diesen Schritten transformierst du die unbewussten Entscheidungen in dein Bewusstsein und machst sie transparent.


Aber Achtung: damit bist du noch nicht fertig. Möchtest du nun alle deine Ressourcen für deine Entscheidung aktivieren, gehe noch zu Schritt 7, denn der macht den Unterschied aus!



Schritt 7: Nutze Deine Intuition als RatgeberIN

 

Wie soll das nun funktionieren, mit der Intuition? Ich muss im stressigen Umfeld schnell entscheiden... Jetzt kommt der springende Punkt: drücke die „STOP“ Taste und vertraue deiner Intuition.


Intuition ist mehr als das oft zitierte Bauchgefühl. Intuition ist spontanes Wissen, von dem man nicht genau weiß, wo es herkommt. Aber es ist da und wir können darauf vertrauen.


Wie das geht? Bist du geübt in Meditation oder Joga, oder naturverbunden und nimmst dir gerne Auszeit in der Natur, dann weißt du wie Intuition funktioniert. Gerade wenn du nicht an die Entscheidung denkst, kommt blitzartig die Erkenntnis.


Oftmals bist du als Führungskraft im Hamsterrad des täglichen Tuns. Genau in dieser Situation zwinge dich zur Auszeit. Bediene dich professioneller Begleitung für intuitive Methoden wie zum Beispiel des 4D Mappings / Organisationsaufstellung oder der Szenarioanalyse.



sonnenuntergang flugzeug
Ich genieße die Stimmung vom Sonnenuntergang und lasse meiner Intuition freien Lauf.

 

Zu guter Letzt:


Ein konkreter Hinweis, den du auch alleine sofort umsetzen kannst:

  • Vor dem Schlafengehen, nimm ein volles Glas Wasser zu Dir ins Bett.

  • Trinke die Hälfte des Wassers aus.

  • Stelle Dir nun die Frage, für welche Alternative du dich entscheiden möchtest.

  • Stelle das halb-volle Glas Wasser auf dein Nachtkästchen.

  • Schlafe ein mit der Gewissheit, dass am nächsten Morgen eine Antwort auf Dich wartet.

  • In der Früh, als Allererstes: trinke das restliche Wasser aus dem Glas vollständig.

  • Der erste Gedanke, der dir danach kommt, ist die richtige Entscheidung.

 

Lass Dich überraschen, und vertraue Deiner Intuition!

 

Wenn du mehr über die Treffsicher entscheiden in 7 Schritten erfahren möchtest und wie es bei deinem konkreten Anliegen funktioniert, dann melde dich bei mir zu einem unverbindlichen Gespräch.

 

Denn: du befindest dich in der aktuellen Situation genau weil du es so in der Vergangenheit entschieden hast.

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